Aus dem Spanischen -
Das Hauptwerk Hermann Brochs ist "Der
Tod des Vergil". Es handelt sich dabei um einen analytischen Roman mit einer spärlichen Handlung. Er spiegelt die letzten 18 Studen im Leben des römischen Poeten Vergil wieder (70-19 v.Chr.), der schon todkrank war. In Form des inneren Monologs, in der dritten Person, in fiebrigen Träumen und in unpassenden Erinnerungen tritt der Zeitgeist und das Bild zutage, das Vergil von seiner Zeit hatte. Er bezweifelt seine eigene Existenz und damit die des Poeten Vergil auf eine äußerst anschauliche und beobachtende Weise an. Er selbst hinterfragt den Nutzen, Teil der politischen Wirren seiner Zeit gewesen zu sein. Er denkt -unerklärlicherweise- daran, sein Hauptwerk, die Aeneis, die von der Gründung Roms berichtet, zu vernichten. Aber im Anblick des Todes, im Anblick nicht mehr zu sein, verschwinden die Bedenken und Zweifel und Widersprüche. Der letzte Gedanke Vergils richtet sich an seine Sklaven. Er bittet Augustus, seinen Gönner, dass er sie freilassen möge.