Die Leiden des Hiob (8+D, 20+H)
Das vielleicht tiefgehendste Stück Levins baut natürlich auf dem Buch Hiob auf, aber auch auf der Christuspassion und parodiert beide. Anders als im Buch Hiob gibt es hier keinen Gott, nur einen römischen Kaiser, der der neue Gott ist. Levin erforscht die Frage: „Warum leiden wir?“ bis aufs Letzte, und seine Antwort ist grausam: Es gibt keinen Grund, nur einen Zweck: das Schauspiel.
Im ersten Teil erfährt Hiob die Grausamkeit des tragischen Falles („Erst vor fünf Minuten war ich noch ein reicher Mann, jetzt hab ich kein Vermögen mehr, keine Kinder, keine Kleider, keine Zähne mehr.“) Seine drei Freunde parodieren die biblischen Erklärungsversuche, bis er zuletzt, hypnotisiert, glaubt, einen Gott gefunden zu haben.
Im zweiten Teil bezahlt er für seinen neuen Gauben mit seinem Leben, und seine Agonie wird zum gutbezahlten Zirkusspiel für den römischen Statthalter.