Prof. Dr. Fredmund Malik, Inhaber des Malik Management Zentrums St. Gallen und Autor von Büchern wie Führen Leisten Leben, Die Neue Corporate Governance und Strategie des Managements komplexer Systeme bespricht in seinem Buch Management: Das A und O des Handwerks, was gutes und richtiges Management ist und welche Managementirrtümer man beachten sollte.
Management kann als „die Transformation von Ressourcen in Nutzen“ definiert werden und ist nicht mit Betriebswirtschaft oder Menschenführung gleichzusetzen: „Alle Organisationen brauchen zwar Management, aber nicht alle brauchen Betriebswirtschaftslehre“. Wir brauchen richtiges und gutes Management, das effizient und effektiv ist. Und das Wichtige: Ressourcen managen kann man lernen.
Wie macht man das? Diesem Zweck dienen die sog. sieben Werkzeuge:
1. Produktive Sitzung,
2. Schriftstücke (z. B. der Bericht),
3. Job-Design und Assignment-Control,
4. Systematische Arbeitsmethodik,
5. Der Budget und die Budgetierung,
6. Die Leistungsbeurteilung,
7. Kontinuierliche Müllabfuhr, dank der eine Erneuerung der Organisation möglich ist.
Die fünf Aufgaben einer Führungskraft sind wie folgt:
1. Sie kümmert sich darum, dass deutliche und erkennbare Ziele vorhanden sind.
2. Sie organisiert Strukturen und Prozesse und Abläufe.
3. Sie trifft Entscheidungen.
4. Sie übt Kontrolle aus.
5. Sie fördert Menschen, indem sie ihnen ermöglicht, in denjenigen Bereichen zu arbeiten, in denen sie Stärken bestens einsetzen und die Schwächen bestens reduzieren können.
Malik polemisiert mit sehr vielen Thesen, die sich in der Management-Welt schon fest etabliert haben. Er ist z.B. der Auffassung, die US-Wirtschaft wäre kein Vorbild und dass es falsch wäre, ein Unternehmen allein an den Bedürfnissen der Aktionäre auszurichten oder die Entwicklungen vor dem Hintergrund der Börse zu interpretieren.
Die USA leiden nämlich an massiven Strukturschwächen (die Aktiva sind beispielsweise deutlich überbewertet, was die
Finanzkrise deutlich zeigt) und einer hohen Gesamtverschuldung. Die Konsumenten nehmen zum Warenkauf Kredite auf und benutzen als Sicherung ihre Aktien und Immobilien. Das bedeutet aber, dass die Aktien kontinuierlich steigen müssen, damit für den Konsum weitere Kredite aufgenommen werden können. Tatsache ist aber, dass die Börsenkurse auch fallen können. Hierzu sagt Malik ganz deutlich: „Es ist eine Absurdität, anzunehmen, dass Börsen immer nur steigen.“
Ein Unternehmen allein nach dem Prinzip des
Shareholder Value zu steuern, d.h. an den Bedürfnissen der Aktionäre auszurichten und/oder die Entwicklungen vor dem Hintergrund der Börse zu interpretieren, ist ebenfalls nicht richtig. Das führt nur dazu, Abschlüsse zu fälschen oder liquide Mittel zur Kurspflege zu verwenden, aber zu keiner höheren Rentabilität. Deswegen „Wachstum darf kein oberstes Unternehmensziel sein, insbesondere nicht das Wachstum der Umsätze“.