Roman der Einsamkeit Es ist eine trostlose Welt, in die Carson McCullers ihre Leser versetzt: eine Kleinstadt im Süden der USA Ende der 30er Jahre. Hier herrschen Armut, Enge und Diskriminierung. Die Menschen träumen von einer besseren Zukunft und können doch kaum etwas tun, um die triste Realität zu verändern. Schlimmer noch als die wirtschaftliche Lage ist die Einsamkeit: Die Menschen sehnen sich nach Nähe, können jedoch ihre Isolation nicht durchbrechen. Sinnbild für diese Beziehungslosigkeit ist der taubstumme John Singer, der sich nur in Gebärdensprache ausdrücken kann und eine fast zärtliche Zuneigung für den geistig beschränkten Spiros Antonapoulos hegt, denn nur mit ihm, der ebenfalls taubstumm ist, kann er kommunizieren. Als Antonapoulos stirbt, nimmt sich auch Singer das Leben. Carson McCullers ist mit ihrem Erstlingswerk eine beklemmende Studie menschlicher Einsamkeit gelungen. Der Roman hat auch starke politische und historische Bezüge, etwa die Auseinandersetzung mit Faschismus und Rassendiskriminierung. Als Parabel der Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit geht das Buch auch heute noch jedem Leser unter die Haut.