Eine Reise in die schwärzesten Abgründe des Menschen Mit angehaltenem Atem folgt der Leser dem eher knappen Bericht in dichter Prosa des Erzählers Marlow über seine Fahrt auf dem Kongo, ins Herz Afrikas - und ins Herz der Finsternis. Denn es ist auch eine Reise an die finstersten Orte der menschlichen Seele. Marlow übernimmt das Kommando auf dem schäbigen Flussdampfer einer belgischen Handelsgesellschaft in der Spätzeit des europäischen Kolonialismus. In Afrika angekommen, vernimmt er Gerüchte über einen Mr. Kurtz, der angeblich hunderte Meilen stromaufwärts lebt und herrscht. Kurtz ist der erfolgreichste Handelsagent der Gesellschaft. Er beschafft unvorstellbare Mengen von Elfenbein und scheint eine charismatische Persönlichkeit zu sein. Trotz aller Widrigkeiten treibt es Marlow den Fluss hinauf, um diesen Mann kennen zu lernen. Was er dabei erlebt, wird er sein Leben lang nicht vergessen ... So konkret die Bilder sind, die Conrad von der Wildnis und von der grausamen Kolonialherrschaft zeichnet, so wenig kommt es ihm auf erzählerischen Realismus an. Aus der Konfrontation des weißen Mannes mit der als grauenvoll geschilderten "Urwelt" formt er ein schwarzes Spiegelbild menschlichen Daseins und eine der düstersten Schilderungen des europäischen Kolonialismus in der Literatur.