Ein phantastisch-witziges Werk der Frühaufklärung Reise zum Mond und zur Sonne schildert die Abenteuer eines Helden, der mit phantastisch anmutenden Flugmaschinen fremde Welten bereist und dabei auf Länder und Gesellschaften stößt, die wie eine Parodie irdischer Zustände wirken. Auf dem Mond gerät er ins Paradies und in einen von tierähnlichen Kreaturen bewohnten Staat, auf der Sonne in ein Land, das von Vögeln beherrscht wird - und immer wird er, der Mensch, als ein niederes Wesen ohne Würde und Vernunft betrachtet. Das vor allem im ersten Teil äußerst witzige und ironisch überspitzte Werk ist einem frühaufklärerischen Weltbild verpflichtet, das in der menschlichen Vernunft den Schlüssel zum Verständnis der Natur sieht und religiöse Dogmen und Vorurteile einer radikalen Kritik unterwirft. Der Roman besticht durch seine skurrilen Einfälle und abenteuerlichen Beschreibungen, die sich wie Vorläufer späterer Science-Fiction-Literatur lesen. Die vor allem im zweiten Teil zahlreichen philosophisch-naturwissenschaftlichen Dispute und literarischen Anspielungen lassen das Buch für heutige Leser allerdings als relativ schwer verständlich erscheinen.