Das Salz, bitte!

von: Jewik    

Autor : Wohmann Gabriele
Diese Kurzgeschichte handelt von der jungen verheirateten Frau Fiona, die sich im Alltag durch Tagträume aus der Realität ihres Lebens flüchtet.
Hierbei träumt sie immer von hübschen, erfolgreichen Männern, die ihr ein Leben im Luxus ermöglichen können. Sie vernachlässigt dadurch ihre Arbeit und nur Ihr Ehemann schafft es sie in die Realität zurückzuholen. Dieser fragt sie beim Abendessen nach dem Salz. Zwar hört sie den Satz „Das Salz, bitte!“ < vgl. WOHMANN 1982, S. 240> nicht sofort, aber letztendlich erfüllt sie ihm diesen Gefallen und kehrt somit in die Realität zurück. Mittels dieser Kurzgeschichte möchte Gabriele Wohmann die Problematik bzw. Kritik an
der Ehe äußeren. Hierbei geht sie auf die Tagträumerei der jungen Frau Fiona ein. In ihren Träumen wünscht sie sich immer einen gut aussehenden und reichen mann, der sie aus der Langeweile ihres Lebens und ihrer gesellschaftlichen Stellung rettet. Aus diesen Träumen kann man auf ihre eintönige Beziehung zu ihrem Mann schließen, da sie sich noch immer anderen Augeregenden Männern sehnt und damit die Beziehung zu
ihrem Mann verliert. Zum anderen ist Fiona ihr emotionales Leben bedeutend wichtiger als ihr Berufsleben, denn sie verfällt speziell während der Arbeitszeit der Tagträumerei und muss ihre Arbeiten immer wieder berichtigen. Aus diesem Grund könnte sie ihren Beruf verlieren,
doch auch angesichts dieser Gefahr schafft sie es nicht in die Realität zurück zu kommen.
Somit stellen die Phantasien und Träume für Fiona eine Gefahr dar, weil ihre finanzielle Existenz auf dem Spiel steht und sie droht ihren Realitätsbezug zu verlieren, indem sie sich nicht mit ihrem realen Leben und den damit verbundenen Problemen auseinandersetzt, sonder sich ein neues „Scheinleben“ in ihrer Phantasiewelt aufbaut. Selbst in der Anwesenheit ihres Mannes „lebt“ sie in dieser Irrealität, was die Kommunikation zwischen den beiden erheblich stört und eine immanente Gefahr für die Beziehung darstellt. Letztendlich holt ihr Mann sie mittels einer Alltagsfloskel aus der
Traumwelt zurück, was zum einen die langweilige Routine ihrer Beziehung charakterisiert und zum anderen deutlich macht, dass ihr Mann keine Ahnung hat, was tatsächlich in ihr vorgeht. Aus Sicht von Gabriele Wohmann ist die Ehe nur eine „stabile Pseudogemeinschaft“ < vgl. KNAPP 1981, S. 56> ,wodurch man die Routine, Lieblosigkeit, gegenseitige Verständnislosigkeit gefördert wird. In dieser Kurzgeschichte versucht Gabriele Wohmann die Reaktionen einer jungen Frau auf diese Erscheinungen der Ehe zu ihrem Mann darzustellen. Denn Fiona versucht
ihre Ehe zwar aufrecht zu erhalten, sie kann es aber nur indem sie Abwechslung und Liebe in ihren Träumen findet.
Veröffentlicht am: Oktober 03, 2005
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