Ein deutsches Mädchen verliebt sich anläßlich eines Sprachkurses in Kanada in einen italienischen Jungen. Die ersten 50 Seiten sind absolut nett geschrieben und verführen zum weiterlesen.
Dann kommt das Klischee: der charmante Junge ist ein Millionärserbe! Macht nichts, das Mädchen läßt sich
nicht abschrecken, obwohl ihr (warum eigentlich) ein Durchschnittsmensch lieber wäre.
Dann kommt aber seine Mama ins
Spiel und die hat selbstverständlich besseres mit ihrem Jungen vor. Soweit so gut und voll nachvollziehbar.
Die Frau Mama ist aber eine Bridgespielerin. Ganz offenkundig hat Frau Hauptmann keine Ahnung, wie eine Bridgespielerin sein könnte/oder sollte und schildert diese als eine, ja was … Pokerspielerin. Bis auf die Tatsache, daß die Italiener in der Tat ein berühmtes Bridgeteam hatten (Warum wird nicht erwähnt, daß es das Blue Team gab, wenn schon über Bridge geredet wird, Frau Hauptmann?), kann diese Frau bestenfalls als die Karikatur einer Bridgespielerin gelten. Das konnte weiland Agatha Christie viel besser, siehe ihr nettes Krimi „Mit offenen Karten“.
Wir wollen aber nicht abschweifen, denn jetzt nimmt die Geschichte einige wirre und irre Wendungen und bringt betrügerische Adelige, verwirrte Onkel und ein nicht aufgeklärtes Mord ins Spiel. Hier irgendwo habe ich in der Tat den Überblick verloren, denn all dies hatte mit der Geschichte eigentlich nichts zu tun und diente nur als Garnierung.
Schließlich kriegt das Mädchen den Jungen zum Altar, wobei sie einen Trick anwenden muß, obwohl er ja gar nichts anderes wollte, ach je … und die böse Mutter findet plötzlich alles ganz toll, weil sie eben Bridgespielerin ist. Und alle die es nötig haben, verdienen auch noch einen Haufen Kohle dabei. Das ganze ist ein selten blühender Unsinn einer überforderten Phantasie.
liebe Bridgespieler, wenn ihr das liest werdet ihr euch bloß ärgern.
Liebe (noch) nicht Bridgespieler, laßt euch davon nicht den Mut nehmen, ein wahrhaft faszinierendes Spiel zu lernen.