Goethes Meisterwerk Faust ist unbestritten Goethes Hauptwerk. An der aus zwei Teilen bestehenden Tragödie hat der größte deutsche Dichter fast 60 Jahre lang gearbeitet. Dabei bezog er sich auf vielfältige Quellen, die sich um die mysteriöse mittelalterliche Figur des Dr. Faustus ranken, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben soll. Goethes Faust schließt ebenfalls eine Wette mit dem Teufel (Mephisto) ab, denn als ewig strebender Mensch setzt er alles daran, einmal den Moment vollkommenen Glücks zu erfahren. Mephisto führt den Doktor mit Zauberkraft zu wunderlichen Orten: in eine Hexenküche und in die Walpurgisnacht. Mit Mephistos Hilfe verführt Faust die junge und unschuldige Margarete (Gretchen) und richtet sie damit zugrunde. Die Gestalt des Dr. Faust kann als typische Verkörperung des neuzeitlichen, wissens- und tatendurstigen Menschen gedeutet werden, der in seiner rücksichtslosen Glückssuche sich und seine Umwelt in die Katastrophe zieht. Die gereimten Verse entfesseln eine Sprachgewalt, die ihresgleichen sucht. Dass Goethes Faust der Klassiker schlechthin ist, zeigt sich auch daran, dass dem Leser in fast jeder Szene bekannte Zitate und Aphorismen begegnen, die von der prägnanten, eingängigen Form und der begeisterten Aufnahme des Werkes Zeugnis geben. Der zweite Teil der Tragödie ( Faust II ) ist weniger bekannt, komplexer und schwieriger zu verstehen als der erste und wird in diesem Abstract nicht behandelt.