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Das Wissen der Menschheit auf Shvoong zusammenfassen

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Deutschstunde

von : Montgomery21    

Autor : Siegfried Lenz
Siegfried Lenz macht ein deutsches Phänomen zum Thema seines 1968 erschienenen Romans Deutschstunde, seinem erfolgreichsten
Werk. Er erteilt eine modellhafte Lektion über die fatalen Folgen unreflektierten Pflichtbewusstseins. Blinder Gehorsam wird als gefährliche Schein-Tugend entlarvt. In den 1950er Jahren soll der inhaftierte Ich-Erzähler Siggi Jepsen einen Deutschaufsatz über "Die Freuden der Pflicht" verfassen. Zwangsläufig kommt ihm sein Vater Jens Ole Jepsen in den Sinn, der in der NS-Zeit pflichtbeflissen Dienst als Polizeiposten im fiktiven Dörfchen Rugbüll tat. Überwältigt von seinen Erinnerungen an diese Zeit, findet Siggi Jepsen keinen Anfang. In Folge dessen muss er wegen Aufsässigkeit eine Einzelhaftstrafe verbüßen. Unter diesen Bedingungen schreibt er nun wie besessen seine Geschichte. Im Jahr 1943 beginnt diese Geschichte, als der Vater – von oberster Stelle beauftragt – ein verhängtes Malverbot gegen den Künstler Max Ludwig Nansen zu überwachen hat. Nach dem Motto - Befehl ist Befehl – erfüllt der Ordnungshüter zunächst zögerlich, dann aber umso strenger und unbarmherziger diesen Auftrag. Der noch junge Siggi wird durch das groteske Verhalten seines Vaters zum Verbündeten des Malers, warnt diesen und versteckt seine Bilder vor dem Zugriff des uniformierten Vaters. Der Pflicht-Mechanismus des Polizisten nimmt geradezu paranoide Züge an. Das NS-Regime ist am Ende, das Malverbot längst außer Kraft, doch der Vater hört nicht auf, den Maler zu verfolgen. Ebenso zwanghaft hört auch der Sohn nicht auf, den Künstler vor dem Vater zu schützen. Nachdem er die Bilder alle gestohlen hat, muss er ins Gefängnis. Nach Abgabe der Strafarbeit ist sich Siggi sicher, die Strafe stellvertretend für den Vater abgesessen zu haben. Anhand der Strafarbeit werden die Ereignisse der Jahre 1943 und folgende aufgearbeitet. Somit bildet die Erinnerung an den eskalierenden Vater-Sohn-Konflikt die Haupthandlung. Durch das objektivierende Niederschreiben und Bewusstmachen vollzieht der jugendliche Protagonist einen Reifeprozess. Somit wird das Buch von Siegfried Lenz zum Entwicklungsroman. Am Schluss des Romans ist Siggi gereift, wenn auch nicht geläutert. Noch kann er nicht viel Neues mit seiner wiedererlangten Freiheit anfangen.
Veröffentlicht am: März 07, 2007
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