Mit einem Fieberthermometer, dessen Skala aus Dollarzeichen besteht, eröffnen die Autoren jedes Kapitel ihrer Abrechnung mit der westlichen Gesellschaft. Den Konsumwahn als Krankheit anschaulich darzustellen, ist ihr Anliegen. Wer aber eine weinerliche, redundante Kulturkritik erwartet, wird angenehm überrascht: Hier entfaltet sich eine ganzheitliche Analyse, wie es sie selten gibt. Dazu noch witzig, sarkastisch und brillant gegliedert in Ursache, Symptome und Therapie. Es entsteht ein Bild vom amerikanischen Alb-Traum, so ganz anders als die bunten Medienmärchen. Dass die Welt aus den Fehlern der USA lernen kann, treibt die Autoren an. Unbequeme Lektüre für alle, die unter dem Credo von Fortschritt und Marktwirtschaft gross und erfolgreich geworden sind. Aber leider ist vieles wahr, erinnern viele Beobachtungen an eigene Erfahrungen im Alltag. Die deutsche Ausgabe wurde behutsam für hiesige Leser lektoriert, so sind bei statistischen Angaben oft die Vergleichswerte aus Deutschland und Europa in Klammern eingefügt. Als Gute-Nacht-Lektüre ungeeignet, befürchtet getAbstract.com und empfiehlt dennoch (oder gerade deshalb) jedem dringend dieses Buch - aber ein Exemplar zu kaufen genügt!