Im September 2008 fluteten die Notenbanken die Finanzmärkte mit Milliarden Euro und Dollar, um deren totalen Zusammenbruch zu verhindern. Der Geldregen wurde erwartet wie ein göttlicher Segen. Dumm nur, dass er nicht die Lösung des Problems brachte, sondern ein Teil davon ist, sagt Privatbankier Karl Reichmuth. Die wissenschaftlichen Befunde seiner Koautoren stützen seine düstere These: Wenn es nicht gelingt, sämtlichen wirtschaftlichen Akteuren – Bankern und Politikern ebenso wie Konsumenten – die Verantwortung für ihr Handeln aufzubürden, dann ist die nächste Weltwirtschaftskrise vorprogrammiert. Einmal mehr wären nicht die Verursacher des Debakels die Dummen, sondern die fleißigen Sparer, deren Geld schleichend an Wert verliert. Reichmuth und Co. beschränken sich nicht auf die Analyse der aktuellen Krise (ihr Buch entstand großteils davor), sie versuchen auch den Ausweg aufzuzeigen, unter den teils wenig populären, dafür um so wichtigeren Stichwörtern Ausgabensenkung, Anreizsysteme, strikte Inflationsbekämpfung. getAbstract empfiehlt das ebenso provokante wie durchdachte Buch allen, die wissen wollen, woran die Finanzwelt krankt.