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Freitag, der 13. (2009)

von: sardonicus    

Die Herrschaften, die uns vor einigen Jahren mit dem Remake von „The Texas Chain Saw Massacre“ beglückten, bringen nun die Neufassung eines weiteren Horrorfilm-Klassikers auf die Leinwand.


Oder richtiger ausgedrückt, einer Serie von Filmen: Freitag, der 13. (2009) stiehltKörperteile vom Original und den ersten beiden Fortsetzungen der bis dato elfteiligen Saga und gestattet auf diese Weise Produzent Michael Bay und Regisseur Marcus Nispel nicht nur, Jason das Morden übernehmen zu lassen ( im Original taucht er bekanntlich nur ganz am Ende kurz auf, und da auch nur missgestalteter Knabe mit schiefen Zähnen), sondern auch, ihm die berühmte „Detroit Red Wings“- Eishockeymaske aufzusetzen, die er erst in Teil 3 für sich entdeckte. Auf jeden Fall ein Fortschritt gegenüber dem Kartoffelsack mit löchern für die Augen, mit dem er sich in Teil 2 begnügen musste…



Die große Neuerung besteht, wie sich mittlerweile herumgesprochen haben dürfte, darin, dass Jason sich jetzt wesentlich rascher fortbewegt. Der Film hätte geradezu den Titel „Jason läuft“ verdient, denn der liebenswürdige Kraftprotz schlurft nicht mehr unbeirrbar und rachsüchtig durch das Unterholz, sondern mutet fast an wie ein Machete schwingender Usain Bolt.



Überraschenderweise funktioniert das recht gut, zum Teil, weil die Zeiten schneller und mobiler geworden sind, zum Teil, weil die flinken Zombies aus dem Remake von „Day Of The Dead“ den Weg bereitet haben, aber vor allem, weil von einem puritanischen Psychopathen mit einer Riesenklinge verfolgt zu werden, so ziemlich das Letzte ist, was ein angetrunkener oder bekiffter Teenager nach dem Sex brauchen kann.



Dass Derek Mears schlanker um die Hüften ist als einige seiner Vorgänger in der Rolle des Jason, ist natürlich auch nicht von Nachteil…



Die Morde - erfreulich bluttriefend, durchschnittlich einfallsreich, leider gar nicht erschreckend – sind teilweise in der Lage, das Interesse aufrecht zu erhalten, während man Jason dabei beobachtet, wie er durch Aufschlitzen, Durchbohren und Ausweiden seiner ohnehin schon mehr als beeindruckenden Liste von 174 Tötungsdelikten 13 weitere hinzufügt.



Aber schon nach kurzer Zeit wird das ganze… langweilig. Wie könnte es auch anders sein? Die Teenager sind unsympathisch und vorlaut (ganz abgesehen davon, dass die meisten Darsteller für ihre Rollen gut zehn Jahre zu alt sind), die Musik ist der mittlerweile für Filme dieser Art Standard gewordene Industrial-Brei (mit hie und da einem Sample des Original-„Themas“, dem unheimlichen„ki ki ki, ma ma ma“, wahrscheinlich eingefügt, damit die alten Fans auch etwas haben, an dem sie sich erfreuen können), und das Einfügen eines unterirdischen Labyrinths macht die Sache auch nicht spannender.



Länger als eine Stunde ist das Spektakel kaum zu ertragen.




Fazit:Er läuft, er stolpert, er mordet … Jasons neueste Wiederbelebung ist annehmbar blutig und ekelerregend, aber viel zu sehr auf Hochglanz getrimmt – Marcus Nispel opfert die Heimvideo-Ästhetik und damit auch die Spannung des Originals, um toll photographierte Äste und Blätter zeigen zu können.


Veröffentlicht am: Februar 23, 2009
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