In dem auf einem Roman von
Roland Topor basierenden Film – Originaltitel:
Le locataire – spielt
Roman Polanski, der auch Regie führte,den verklemmten, schüchternen Außenseiter Trelkovsky. Dieser unbedeutende Angestellte polnischer Abstammung bemüht sich in einem heruntergekommenen Pariser Altbau um eine Wohnung, deren vorherige Mieterin, eine junge Dame namens Simone, sich kurz zuvor aus dem Fenster gestürzt hat. Der Vermieter, ein gewisser Zy (
Melvyn Douglas), findet den zurückhaltenden Mann recht sympathisch, kann ihm die Wohnung aber nicht überlassen, da Simone wie durch ein Wunder noch am Leben ist. Trelkovsky besucht die junge Frau im Krankenhaus. Sie ist von Kopf bis Fuß in dicke Verbände eingewickelt, lediglich ein Auge und den Mund, in dem ein Schneidezahn fehlt, kann man erkennen. An Simones Krankenlager begegnet er deren Freundin Stella (
Isabelle Adjani), die ihn von Anfang an fasziniert.
Wenig später stirbt Simone. Daraufhin kann Trelkovsky endlich die ersehnte Wohnung einziehen, doch damit beginnt für ihn ein wahrer Alptraum. Die anderen Mieter im Haus verhalten sich ihm gegenüber äußerst abweisend. Um ihren Anfeindungen zu entgehen, zieht sich Trelkovsky zunehmend in die Einsamkeit seiner Wohnung zurück, in der sich noch immer die Habseligkeiten von Simone befinden. Doch in der selbst gewählten Isolation fühlt er sich nicht wohl, denn er vermag sich der Aura seiner Vormieterin, die einen immer unheilvolleren Einfluss auf ihn ausübt, nicht zu entziehen. Trelkovsky lebt mit einem Mal in ihrer Welt, kauft sich eine Perücke und Stöckelschuhe, benutzt ihre Kosmetika und posiert in ihren Kleidern vor dem Spiegel. Als ihm diese Persönlichkeitsveränderung bewusst wird, vermutet er, dass sich die anderen Mieter gegen ihn verschworen haben, um ihn zu zwingen, Simones Identität anzunehmen. Als Trelkovsky eines Tages zu seinem großen Entsetzen mit ausgebrochenem Schneidezahn erwacht, flieht er Hals über Kopf zu Stella. Als ihn diese zu beruhigen versucht, bezichtigt er sie, mit den Verschwörern gemeinsame Sache zu machen. Eines Tages springt er von Wahnvorstellungen gepeinigt gleich seiner Vormieterin in den Hof, überlebt aber, nur um sich in der Folge ein zweites Mal hinunterzustürzen. Einbandagiert erwacht Trelkovsky in einem Krankenhaus. Vor seinem Bett erblickt er sein Ebenbild und die ehemalige Mieterin.
Ein intelligenter, mit surrealistischen Mitteln gestalteter Psycho-Thriller, der sich thematisch an
Polanskis erstem westlichen Spielfilm
„Ekel“ (mit
Catherine Deneuve) orientiert und genüsslich aus den beiden
Hitchcock-Klassikern „
Das Fenster zum Hof“ und
„Aus dem Reich der Toten“ zitiert. Selten hat man Paris so düster gesehen. Ein rundherum gelungener Thriller mit großartigen schauspielerischen Leistungen.