Enzyminhibitoren
Enzyme (Fermente) sind Eiweiße, die mit der Nahrung aufgenommene Substanzen so weit zerlegen und verarbeiten, dass sie vom Organismus verwertet
werden können. Für die verschiedenen Stoffwechselvorgänge im Körper ist eine Vielzahl von Enzymen notwendig. Einen Teil der Enzyme kann der Körper selbst herstellen, der andere Teil muss mit der Nahrung aufgenommen werden.
Einige Lebensmittel
enthalten Substanzen, die Enzyme in ihrer Wirkung hemmen können. Damit beeinträchtigen sie den
Stoffwechsel und die Nährstoffversorgung. Diese Hemmstoffe werden als Enzyminhibitoren bezeichnet.
Derartige Hemmstoffe sind beispielsweise in verschiedenen Bohnenarten (Soja-, Mond-, Feuerbohnen, Dicke
Bohnen und Weiße Bohnen) und in Kartoffeln, Rüben, roten Rüben, Erbsen, und vielen Getreidearten enthalten. Die Enzyminhibitoren können zumeist durch Erhitzung (Kochen) oder durch das mehrstündige Einlegen in Wasser zerstört werden.
Des Weiteren kann auch das Spurenelement Fluor Enzyme, die für den Calciumstoffwechsel notwendig sind, in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Ein Überangebot von Fluor kann somit zu Knochen- und Zahnschäden führen.
Die Giftigkeit der Blausäure beruht zum Teil auf seiner Enzym hemmenden Wirkung. Hierbei
wird das für die Zellatmung notwendige Enzym Ferricytochrom-Oxidase beeinträchtigt. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung der Zellen blockiert. Die Zellen ersticken regelrecht, und in schweren Fällen tritt der Tod ein. Blausäure ist unter anderem in Mandeln, Bambussprossen, Bohnen, Erbsen, Holunderbeeren, Leinsamen, und in den Kernen von Aprikosen, Äpfeln, Birnen, Pfirsichen, Pflaumen, Zitronen, Kirschen und anderen Steinobstsorten enthalten.