Rumänischen Witzfiguren

von: Iulia    

Eine der ersten rumänischen Witzfiguren wäre Pacala. Wie sein Name auf dem Verb „täuschen“ oder „sich täuschen“, unübersetzbar in eine andere Sprache, basiert, demnach auf einer primären Charakteristik des rumänischen Humors, dem Namenshumor, so kann man behaupten, dass Pacala mit hundertprozentiger (100%-iger) Sicherheit eine originäre figur ist. Im Unterschied zu seinem Nachfolger, eine Figur die ungefähr im18. Jahrhundert aufgetaucht ist, als der starke orientalische Einfluss nicht nur auf das soziale und politische rumänische Leben, sondern auch in dessen Humor seine Spuren hinterlassen hat. Die Rede ist von Nastratin Hogea, der, obwohl Misstrauen angesichts seiner Originalität existiert haben (böse Zungen behaupten sogar, dass Anton Pann ein traditionelles türkisches Buch übersetzt hätte), assimiliert wurde, und ein klassisches Beispiel der Stadtkultur dieser Epoche geworden ist. Mit der Zeit, als viele Juden aus Russland in die rumänischen Gebiete eingewandert waren, wurde unsere Witzpalette um zwei weitere Figuren reicher. Die Rede ist von Itik und Strul, ein Juden-Paar voll mit Ironie, Geschäftbesitzer, empfunden – großteils – als einfallsreich und subtil. Voll mit Weisheit und Humor, aber auch sehr gierig. Im Rhythmus (Im Gleichschritt mit) der Urbanisierung, mehr noch in kommunistischer Zeit, brauchte der Geist des rumänischen Volkshumors eine neue Vertretung, eine neue Figur, anders als alles was bis dahin existiert hat, eine Figur welche die neue soziale Realität einfängt. So, vorbereitet
auf der Basis des politischen Witzes, welche durch einen Minister der Petru Grosza Regierung erschien, dieses Mal eine Figur so real wie möglich, Romulus Zaroni, Landwirtschaftsminister (Caligula Imperator, hat für sich sein Pferd ernannt – zum Senator, Groza war etwas sinister, hat seinen Ochsen ernannt – zum Minister), taucht ungefähr in den sechziger (60-er) Jahren Bula auf. Eine komplexe tragik-komische Figur, voll von Widersprüchen, der absolute Idiot, voller schillernder Genialität, welchem die Rumänen im Laufe der Zeit genau die Art von Begebenheiten zugeschrieben haben, die immer wieder dem Mechaniker-Schwiegervater-Tanten-Nachbarn-Jemanden passieren. Von den einen mit einer Art Supermann, von anderen mit einem geistig Zurückgebliebenen verglichen; Bula schafft es trotzdem immer (wieder) eine verlorene Sache zu retten. Über ihn sagt man gleichermaßen, dass er ein dürrer Junge, hässlich wie die Nacht, sei, der das Leben jeder Person kaputt macht, die mit ihm in Kontakt tritt, genauso wie man sagt, dass er wie ein Knödel mit Händen und Füssen aussehe, sehr dick, leichter zu rollen als zu gehen. Bula ist gegenwärtig ein mythischer Held geworden.
Veröffentlicht am: August 19, 2006
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