Werden wir in Deutschland künftig in einer 20:80 Gesellschaft mit unverändert hoher Arbeitslosigkeit leben? Diese Fragestellung in Verbindung mit der globalen Vernetzung von Wirtschaft, Politik, Medien und Umwelt bildet die Grundlage für das vorliegende Sachbuch. Die Autoren analysieren das wichtigste Thema der Gegenwart anhand weltweiter Recherchen.
Mit dem Wort Globalisierung verbinden sich bei den Menschen in allen Erdteilen Hoffnungen und Ängste. Wer Einfluss auf das globale Geschehen hat,
wird darüber in den höchsten Tönen sprechen. Bei allen anderen überwiegen gemischte Gefühle und Ängste. Dieses Empfinden ist
nicht verwunderlich, sondern selbstverständlich und wird somit zu einer großen Herausforderung für alle Demokratien.
Als Globalisierung wird allgemein die weltweite wirtschaftliche Verflechtung verstanden. Diese ist nicht selbstverständlich vorhanden gewesen, sondern wurde durch politische Zielsetzungen der regionalen Integration, der Expansion und der Friedenssicherung aktiv herbeigeführt.
Interessanterweise findet sich der Begriff „Globalisierung“ vor 1990 in keinem Lexikon der Welt. Hat dieser Ausdruck doch das Gefüge der Nationen und Kontinente nachhaltig verändert. Zugleich wird der Begriff aber für allerlei Nebenzwecke missbraucht, z.B. als Entschuldigung für nationale Untätigkeit und Misserfolge.
Das Phänomen der Globalisierung hat die Arbeitsmärkte weltweit intensiv beeinflusst. So hat die Öffnung der Märkte in einigen Schwellenländern zu hohen Wachstumsraten und entsprechenden Arbeitsmarkteffekten geführt. In vielen OECD Ländern hingegen sind solche Beschäftigungswirkungen nicht durchgängig erkennbar. Deutschland zeichnet sich durch einen kontinuierlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit und ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum aus. Diese Entwicklung ist aber schon seit Mitte der 70er Jahre bekannt und wurde durch die Globalisierungseffekte nur noch verstärkt.
Motiviert von dem Wohlstandsniveau der USA oder Westeuropas gilt in vielen Schwellenländern die Steigerung des Wirtschaftswachstums als das erklärte Ziel der Handelsliberalisierung. Als die schädlichsten ökologischen Begleiterscheinungen müssen hier Landnahme, Energieverbrauch, Rohstoffverbrauch und die Emission von Schadstoffen genannt werden.
Die Globalisierung der Weltwirtschaft hat in jedem Fall den
internationalen Handlungsdruck ganz erheblich verstärkt.
Das Buch ist als ein flammender Aufruf, als eine kämpferische Denkschrift zu verstehen, die wachrütteln und alle am Prozess beteiligten Interessen
gruppen ansprechen soll. Zu den beiden tragenden Akteuren, der öffentliche und der private Sektor, gesellt sich seit den 70er Jahren
immer stärker die Zivilgesellschaft, welche weitgehend unabhängig von den beiden anderen agiert. Diese nicht-staatlichen und nicht-gewinnorientierten Gruppen nutzen immer häufiger die Möglichkeit, ihre Zielsetzungen sowohl bei internationalen Verhandlungen als auch über die öffentliche Meinungsbildung in den Markt einzubringen. Hier entsteht ein realistisches Potential der Mitwirkung an globalen Fragen und somit eine Überwindung der weit verbreiteten Resignation und Angst.